Gefahrenquellen
Eine empirische Feldstudie (Teil I und Teil II) sagt aus, dass etwa ein Drittel der beobachteten Kletterer Fehler machten. Im folgenden möchte ich einige Gefahrenquellen auflisten, da ich der Meinung bin, dass die Kenntnis dieser Gefahrenquellen wichtig ist und hoffentlich dazu beitragen kann entsprechende Gefahren zu vermeiden. Zudem sind nicht alle Gefahrenquellen offensichtlich oder wurden vielleicht nach einiger Zeit vergessen.
Da Materialversagen bei korrekter Anwendung ausgeschlossen werden kann, stehen der Mensch und Routine als Verursacher im Vordergrund. Einerseits ist Routine beim Klettern sehr positiv zu bewerten, da man sich an den korrekten Ablauf verschiedener Aktionen gewöhnt. Schleicht sich hierbei jedoch ein Fehler ein, ist es naheliegend, dass dieser Fehler häufig gemacht wird, da er in ein wiederkehrendes Verhaltensmuster eingebettet wird. Von Zeit zu Zeit sollte man seine eigenen Handlungen aufmerksam beobachten und hinterfragen oder sich gegenseitig beobachten.
Die Menge der bereitgestellten Informationen soll keineswegs verschrecken und es ist zu beachten, dass mehrere Bereiche des Sports hier zusammengefasst sind. Es soll ebenfalls nicht der Eindruck entstehen Klettern sei eine besonders gefährliche Sportart.
Inhalt:
- Allgemein
- mangelnde Aufmerksamkeit / kein Partnercheck
- Fehler beim Sichern
- Fehlbedienung halbautomatischer Sicherungsgeräte
- Verwendung nur eines Karabiners in gewissen Situationen
- Verwendung eines TwistLock Karabiners oder eines Karabiners ohne gesicherten Verschluss beim Sichern
- Seil auf Seil / Schlinge / Schnur
- fehlende “Rückmeldekultur”
- Vorstieg
- “Draußen”
- Kommando ohne Name / Reaktion ohne Kommando oder auf jedes Kommando
- jedem Haken vertrauen
- Seilverlauf über (scharfe) Kanten
- Kommando “Stand” beim Umfädeln bzw. Abseilen
- asymetrisch ausgerichtete Karabiner in Exen / falsch eingehangene Exen
- Biegebelastung, Querbelastung oder Belastung eines Karabiners bei geöffnetem Schnapper
- Informationsmaterial
Allgemein
mangelnde Aufmerksamkeit / kein Partnercheck
Vor jeder Route sollte ein Partnercheck methodisch und mit voller Aufmerksamkeit durchgeführt werden. Hierbei darf nicht der Automatismus entstehen immer direkt eine positive Rückmeldung zu geben, ohne den Partnercheck tatsächlich aufmerksam durchgeführt zu haben, weil man vielleicht gerade in ein Gespräch vertieft ist. Vielmehr sollte Automatismus bei der Durchführung/Methodik bestehen, beispielsweise durch anfassen des Anseilknotens oder Karabiners, lautes durchzählen des Knotens oder Kontrolle des gesamten Seils bzw. aller Komponenten der Sicherungskette von Seilende bis Seilende.
Folgende Gefahrenquellen können durch einen Partnercheck oder Aufmerksamkeit vermieden werden oder anders, folgende Fragestellungen sind relevant (von “Seilende” zu Seilende):- Sollten Helme getragen werden? Besteht zu hoher Gewichtsunterschied der Kletterpartner?
- Wurden die Gurte ggf. korrekt umgefädelt? Sitzt der Gurt korrekt (bspw. über den Hüftknochen)?
- Ist das Material vollständig? (Bspw. könnte bei Mehrseillängen vergessen werden Karabiner, Exen, Schlingen zu wechseln, wenn Material geteilt wird.)
- Wurde korrekt eingebunden? (Bspw. nicht in einer Materialschlaufe oder nicht nur durch Hüft- oder Beinschlaufe.) Wurde der Knoten korrekt und vollständig gebunden? Steht genug Seil über?
- Ist das Seil lang genug? Wird der korrekte Seiltyp verwendet? Ist ggf. eine Toprope-Umlenkung sicher? Sind die Kletterpartner im gleichen Seil eingebunden? Sollte ein Dummy-Runner geclippt werden (Mehrseillängen)?
- Liegt das Seil korrekt im Sicherungsgerät? Wird ggf. die gewünschte Seite eines Tubers verwendet? Schlägt ggf. die HMS (Halbmastwurfsicherung) um? Eignet sich das Sicherungsgerät für den Seildurchmesser?
- Ist der Karabiner des Sicherungsgerätes geschlossen? Liegt der Schnapper möglicherweise auf der falschen Seite des Sicherungsgerätes? Wurde das Sicherungsgerät korrekt am Gurt oder Fixpunkt befestigt? Ist ggf. die Selbstsicherung des Sichernden korrekt?
- Ist ein Knoten im Ende des Seils?
- Sind beiden alle Kommandos bekannt? Ist die der gesamte Routenverlauf gerade frei oder würde man ggf. andere Kletterer gefährden (Pendelsturz, Ablassen über andere Route)? Wird ggf. abgeseilt oder abgelassen?
Die hier beschriebenen Gefahrenquellen bzw. Fragestellungen sind sehr leicht zu erkennen und zu verstehen, können aber durch Ablenkung, mangelnde Aufmerksamkeit oder Gewöhnung vergessen werden und im schlimmsten Fall zum Absturz führen. Durch ein methodisches Vorgehen und den Check aller Komponenten der Sicherungskette können sie jedoch vermieden werden.
Zur Aufmerksamkeit gehört auch, dass der Sicherungspartner dem Kletterer seine volle Aufmerksamkeit schenkt und sich nicht ablenken lässt.Fehler beim Sichern
Bei Tubern (ATC, Reverso, VC, etc.) verläuft das Bremsseil immer nach unten aus dem Sicherungsgerät oder anders gesagt, die Bremshand befindet sich möglichst immer unter dem Sicherungsgerät. Ein häufiger Fehler liegt darin beide Seilstränge parallel (nach oben), wie bei der HMS (Halbmastwurfsicherung) zu halten. Hierbei kann ein Tuber jedoch keine Bremswirkung entfalten.
Das Bremsseil wird stets mit der kompletten Hand umschlossen und niemals losgelassen! Ein häufiger Fehler besteht im sog. Pinzettengriff. Hierbei wird das Bremsseil nur zwischen Daumen und Zeigefinger beim Umgreifen festgehalten. In dieser Position kann nicht genug “Handkraft” aufgebaut werden und das halten eines Sturzes ist nicht möglich. Man sollte sich folgende Frage stellen: “Kann ich auch während des Umgreifens einen Sturz sicher halten?”↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥Fehlbedienung halbautomatischer Sicherungsgeräte
Die Gefahrenquellen bei halbautomatischen Sicherungsgeräten sind spezifisch und teilweise sehr versteckt, also keineswegs offensichtlich. Da ich keine Erfahrung mit diesen Geräten habe möchte ich auf folgenge Informationen verweisen und jedem Besitzer eines solchen Gerätes nahelegen, sich gewissenhaft über die Korrekte Bedienung sowie mögliche Gefahrenquellen zu informieren (für mich wäre das erlernen der korrekten Bedienung unter Aufsicht eines Ausbilders selbstverständlich): “grigi’s neue rivalen“, “Sicherungsgeräte (3) (1999)”, Analyse eines Kletterunfalls, sowie das weitere Informationsmaterial↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥
Verwendung nur eines Karabiners in gewissen Situationen
Es gibt einige Situationen, in denen die Prinzipen der Redundanz und Diversifikation eingehalten werden sollten. Dies bedeutet beispielsweise die Verwendung zwei gegengleich ausgerichteter Karabiner oder als Alternative auch die Verwendung eines Safelock-Karabiners. Hierdurch wird neben dem selbständigen aushängen des Seils auch eine Belastung des Karabiners bei möglicherweise geöffnetem Schnapper verhindert. (Ein Safelock-Karabiner entspricht nicht mehr den genannten Prinzipien, stellt jedoch eine annerkannte Alternative dar.)
Einbinden in die Sicherungskettte
Je nach Veranstaltung oder Halle erfolgt das Anseilen, indem Anseilpunkt und Einbindeknoten mit Karabinern verbunden werden. Ein weiteres Beispiel ist das schnelle Umfädeln nach einer Vorstiegsroute. Der Vorteil besteht darin, den Knoten nicht kennen zu müssen oder sich schneller anseilen zu können. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass zwei gegengleich ausgerichtete Verschlusskarabiner oder ein Safelock-Karabiner verwendet werden. Es gibt mehrere Berichte von Unfällen in denen das Anseilen mit einem “normalen” Karabiner zum Absturz führte! (Es wurde ein HMS Karabiner mit Schraubverschluss verwendet, welcher zugeschraubt war und sich während des kletterns tatsächlich löste und das selbstaushängen des Einbindeknotens ermöglichte.) Zudem ist zu beachten, dass ein normaler Twist-Lock Karabiner kein Safelock-Karabiner ist und sich nicht zum Einbinden in die Sicherungskette eignet (Selbst bei einem Schiebe-Dreh-Verschluss kann sich das Seil selbst aushängen. Daher betrachtet der DAV neben Ball-Lock und Belaymaster nur noch Zieh-Dreh-Verschlüsse als Safelock-Karabiner)!
Einrichtung einer Toprope Umlenkung
Eine Toprope Umlenkung sollte laut DAV mit zwei gegengleich ausgerichteten Karabinern oder mit einem Safelock-Karabiner oder durch direktes Fädeln von Bühler- oder Ringhaken eingerichtet werden. Zudem muss ein redundantes System geschaffen werden, falls dieses nicht bereits vorliegt. (Beispielsweise durch Verwendung eines zweiten Fixpunktes oder einhängen eines darunter liegenden Hakens.)
Ringhaken
Situationsbedingt kann beim Vorstieg das gegengleiche einhängen einer zweiten Exe in einen Ringhaken sinnvoll sein, um die Möglichkeit des selbstaushängens des Seils bei einem möglichen Sturz über den Schnapper zu verhindern. (Im Gegensatz zu anderen Haken begünstigt ein Ringhaken das “Aufstellen” einer Exe am Fels.)
Verwendung eines TwistLock Karabiners oder eines Karabiners ohne gesicherten Verschluss beim Sichern
Beim Sichern muss ein Verschlusskarabiner verwendet werden, also mindestes ein Karabiner mit Schraubverschluss. Ein einfacher Twist-Lock Karabiner (ohne Schiebe- oder Zieh-Mechanismus) oder ein Karabiner mit Schnapper ohne Verschlusssicherung kann nicht verwendet werden, da sich diese Karabiner zu leicht unbewusst öffnen lassen. Besonders im Zusammenhang mit der Halbmastwurfsicherung kann die Verwendung eines falschen Karabiners zum selbst-aushängen des Seils bzw. Auflösen des Sicheurngsknotens führen, was die Sicherung des Kletterpartners unmöglich macht.↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥
Seil auf Seil / Schlinge / Schnur
Es sollten niemals zwei Seilstücke, Reepschnüre oder Bandschlingen übereinander laufen.
Beispielsweise können zwei Seilschaften nicht den gleichen Karabiner einer Toprope-Umlenkung zum ablassen nutzen, weil die durch Reibung entstehende Wärme des einen Seils, das andere Seil stark beschädigen würde, wobei ein Seilriss mit Absturz die Folge wäre.
Gleiches gilt für Bandschlingen und Reepschnüre: Beispielsweise kann über eine Bandschlinge oder Reepschnur nicht abgelassen werden, da dies zu einer Schmelzverbrennung führen würde. Im Gegensatz zum Ablassen ist Abseilen möglich.
Dient eine Reepschnur als Verlängerung einer Zwischensicherung, so muss ein Karabiner eingehangen werden um Reibung des Seils auf der Reepschnur zu vermeiden.
Die Halbmastwurfsicherung (HMS) führt zu keiner gefährlichen Seilreibung, da hier stets unterschiedliche Teile des Seils aufeinander reiben (auch bei der Doppelseiltechnik).↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥fehlende “Rückmeldekultur”
Ein Fehler der bei einem anderen Kletterer bemerkt wird, sollte diesem mitgeteilt werden. Es ist davon auszugehen, dass er sich an sein falsches Verhalten gewöhnt hat oder sich als Anfänger gerade daran gewöhnt. Dies ist nicht immer leicht und man wird unterschiedliche Reaktionen erfahren, dennoch können hierdurch gefährliche Situationen für andere Kletterer vermieden werden.↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥
Vorstieg
zu frühes clippen/einhängen des Seils
Das Seil sollte aus einer stabilen Position, in der sich Anseilpunkt und Exe möglichst nah sind, in die Exe eingehängt werden.
Unvorteilhaft sind beispielsweise überstrecktes einhängen, wobei auf oder über Kopfhöhe geclippt wird, sehr seitliches clippen rechts oder links einer Route, sowie zu tiefes clippen, beispielsweise auf Kniehöhe.
Sollte diese Regel nicht beachtet werden, ergibt sich im Fall eines Sturzes ein tieferer Sturzverlauf und ggf. sogar eine größere Sturzweite. Besonders auf Höhe der ersten (etwa drei bis vier) Exen kann dies zu einer Kollision mit dem Sicherungspartner oder zu Bodenkontakt führen. Unter Bodenkontakt ist hier nicht nur eine leicht gebremste Fußlandung zu verstehen, sondern je nach Umstand sogar ein harter Sturz auf den Boden bei dem eine Sicherung nicht mehr möglich ist. Gerade die ersten Exen sollten also in Hüftnähe geclippt werden. Eine stabile Position, aus der sicher geclippt werden kann, sollte hierbei jedoch nicht vernachlässigt werden. Es gilt also die korrekte Position situationsbedingt abzuwägen.
Folgende interessante Tatsache gilt in diesem Zusammenhang: Bei überstrecktem clippen ergibt sich im Vergleich zum Clippen auf Hüfthöhe ein tieferer Sturzverlauf bei gleicher Sturzweite. Oder anders gesagt: Man fällt die gleiche Distanz/Höhe, kommt jedoch tiefer zum Stillstand. (Artikel mit Skizze folgt.)↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥Seil im Mund bzw. zwischen den Zähnen
Das Seil in den Mund bzw. zwischen die Zähne zu nehmen ist wohl die meist provozierte Vorstiegs-Gefahrenquelle die es gibt. Man sieht es überall, drinnen, draußen und leider sogar bei unseren coolen Vorbildern aus den Filmen. Hierbei wird folgender Umstand leider völlig mißachtet: In einer Sturzsituation wird man aus Reflex die Zähne zusammenbeißen und kaum in der Lage sein, das Seil während des Sturzes mit den Zähnen loszulassen. Die Folge sind schwere Verletzungen des Kiefers und Gebisses wie beispielsweise ausgebrochene Zähne oder ein gebrochener Kiefer!
Diese Gefahrenquelle kann folgendermaßen vermieden werden:- Einhängen des Seils in die Exe möglichst nah am Anseilpunkt, also nicht auf oder über Kopfhöhe oder sehr weit seitlich.
- Draußen: Verwendung einer vorbereiteten Exe. Hierbei wird das Seil zunächst in die Exe eingehangen und dann die Exe zum Haken geführt. (Diese Methode sollte jedoch unbedingt vorher trainiert werden, damit das Seil nicht falsch in die Exe eingehängt wird). Wenn das Seil über den Schenkel eines Karabiners läuft, lässt es sich einfacher hochziehen, als wenn es über die Hand läuft, weil diese zu höherer Reibung führt.
- Wenn das Seil tatsächlich nicht in einem Zug zur Exe geführt werden kann scheint folgende Methode sicherer als das Seil zwischen die Zähne zu nehmen: Das Seil wird zwischen Kinn und Hals bzw. oberen Teil des Brustbeins eingeklemmt, wobei der Kopf nach unten geneigt wird.
Schlappseil
Schlappseil führt zu einem tieferen Sturzverlauf und in einigen Fällen zu einer größeren Sturzweite. Dies kann Situationsbedingt, besonders auf Höhe der ersten Exen, bis zu einem Sturz mit Bodenkontakt führen. “Schlappseil” auf Seite des Kletterers entsteht beispielsweise durch “nicht hüftnahes” einhängen des Seils in eine Zwischensicherung. Diese Form des Schlappseils führt zu einem tieferen Sturzverlauf bei gleichbleibender oder gerinfügig größerer Sturzweite.
Schlappseil auf Seite des Sicherungspartners führt zu einer Vergrößerung der Sturzweite und entsteht durch unaufmerksamkeit. Beispielsweise steht der Sicherungspartner von der Wand entfernt und tritt an die Wand heran, ohne das nun nicht mehr straffe Seil einzuholen oder ein Kletterpartner kann eine Zwischensicherung doch nicht einhängen und lässt das bisher eingeholte Seil wieder fallen.
Der Sicherungspartner reagiert bei enstandenem Schlappseil, indem er einige Schritte rückwärts geht und das Seil somit wieder strafft. In einem weiteren Schritt sollte er situationsbedingt das Seil einholen um wieder näher an der Wand zu stehen oder warten bis der Kletterer Seil benötigt und in diesem Fall wieder einige Schritte in Richtung Wand machen und kein neues Seil ausgeben, bis der gewünschte Abstand zur Wand wiederhergestellt ist. Hierbei ist zu beachten, das kein zu starker Zug auf das Seil ausgeübt werden sollte, sodass der Kletterer nicht aus der Route gezogen wird oder in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird.↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥Seil im Nachstieg aus den Exen aushängen
Sollte man eine Route nach einer Begehung (inkl. Ablassen) im Vorstieg nochmal im Toprope nachsteigen wollen, so kann man, sofern sie keinen Überhang beinhaltet, direkt einsteigen. Der Kletterer bleibt eingebunden bzw. bindet sich in das Seilende ein, in welches der Vorsteiger bereits eingebunden war und hängt das Seil beim klettern nicht aus den Exen aus. Dieses Vorgehen hat zudem den Vorteil, dass der Kletterer die Route weiter vorsteigen könnte, falls die Route noch nicht bis zum letzten Haken geklettert wurde.
Sollte man eine Route im Toprope nachsteigen wollen, die einen Überhang beinhaltet, so ist es sinnvoll sich in das Seilende einzubinden, an dem zuvor gesichert wurde bzw. welches aus der untersten Exe kommt. Dies bedeutet das Seil muss je nach Länge durch die komplette Sicherungskette gezogen werden bis kein Schlappseil mehr besteht. Der Kletterer muss nun während des Nachstiegs das Seil aus den Exen aushängen, da es ihn sonst am weiterklettern hindern würde (Zug von unten). Hierbei ist unbedingt zu beachten, dass die letzten Exen nicht ausgehangen werden und die Umlenkung den Sicherheitsansprüchen einer Toprope Umlenkung genügt. Dies bedeutet zur Umlenkung werden mindestens ein Safelock-Karabiner oder zwei gegenläufig eingehangene Karabiner/Exen verwendet, zudem sollte für Redundanz gesorgt werden, beispielsweise durch weitere Exen die nicht ausgehangen werden. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Umlenkung nicht ohne weiteres ausgehangen werden kann, da dies zu einem kompletten Versagen der Sicherungskette und einem Absturz mit Todesfolge oder sehr schwerwiegenden Verletzungen führen würde!
Diese Methode ist ausschließlich bei einer Route mit einem Überhang sinnvoll, da die Umlenkung der Toprope Sicherung sonst ggf. deutlich hinter dem Kletterer liegen würde. Dies würde zu einem pendelartigen Sturzverlauf von der Wand weg führen, wobei der tiefste Punkt des Sturzverlaufes unter der Umlenkung liegt. Hierbei könnte der Kletterer einerseits mit Hindernissen kollidieren, andererseits bestünde je nach Situation die Möglichkeit eines Bodenkontaktes mit schweren Verletzungen. Zudem bestünden weitere unpraktische Nachteile. (Artikel mit Skizze folgt)↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥mangelnde Sturzerfahrung
Einige Gefahren während eines Sturzes können durch ein trainiertes Verhalten gesenkt werden. Dies Betrifft neben dem Kletterer auch den Sicherungspartner, wobei die Gefahr von Anprallverletzungen, Einklemmungen und Verbrennungen besteht. Fehlerhaftes Verhalten auf Seite des Sichernden, welches möglicherweise aus einer Schrecksituation resultiert, kann zudem zum Absturz des Kletterers führen!
Anprallverletztungen entstehen beispielsweise für Kletterer oder auch den Sicherungspartner in Folge eines unvorbereiteten oder unkontrolliert gesicherten Sturzes. Mit Einklemmungen oder Verbrennungen ist möglicherweise auf Seite des Sichernden zu rechnen, wenn mit der Bremshand zu nah am Sicherungsgerät geischert wird. Verbrennungen und weitere Verletzungen würden sich möglicherweise auf Seite des Kletterers ergeben, wenn er während eines Sturzes in das gegenläufige Seil greifen würde.
Unkontrolliertem Verhalten des Sichernden wie beispielsweise dem greifen mit der Bremshand zur Führungshand oder dem Kontrollverlust der Sicherung nach einem harten Anprall an der Wand kann mit Sturztraining begegnet werden. Jeder Kletterer sollte Erfahrung im Stürzen und besonders im halten von Stürzen sammeln und von Zeit zu Zeit ein Sturztraining durchführen. (Es folgen allgemeine Hinweise zum Stürzen und keine Anleitung zur Durchführung eines Sturztrainings. Diese kommt aber auch bald auf machzu.de. Im Netz gibt es bereits ein gutes Dokument zum Sturz- und Sicherungstraining.)
Sturzverhalten des Kletterers:- Hüfte und Knie beugen
- Beine und Arme leicht spreizen
- Rumpf aufrecht halten
- Bauch- und Rumpfmuskulatur anspannen
- Eine Hand wird seitlich auf Brust oder Kopfhöhe gehalten, die andere greift an den Anseilknoten.
- Man springt nicht weit von der Wand ab. (Je weiter man nach hinten Abspringt, desto härter prallt man an der Wand an.)
- Es erfolgt kein Versuch den Sturz selbst zu fangen. (Beispielsweise durch festhalten.)
Der Sichernde beachtet folgendes:
- Bei großem Gewichtsunterschied (Kletterer wiegt über 125% des Sicherungspartners) muss eine geeignete Sicherungsmethode eingesetzt werden.
- Im Falle einer Selbstsicherung, sollte diese möglichst von hinten in bodennähe oder mit genügend Bremsweg nach oben erfolgen. Zudem ist auf genügend Freiraum über dem Sichernden zu achten (Kollisionsgefahr mit Vorsprüngen oder dem Stürzenden).
- Der Sturzzug muss bei einer Körpersicherung immer nach oben erfolgen (nicht seitlich oder nach unten).
- Der Sichernde geht während eines Sturzes nicht rückwärts und holt auch kein Seil ein. Situationen in denen Bodenkontakt droht, stellen die Ausnahme dar.
- Die Sicherung erfolgt möglichst dynamisch und nicht statisch.
- Das Seil rutscht während eines Sturzes nicht durch die Hände (nicht wie möglicherweise beim Ablassen).
- Man steht mit leicht gebeugten Knien
Im Fall einer Körpersicherung ist die Kombination aus einer gerätedynamischen und körperdynamischen Sicherung anzustreben. Hierbei kann die Bremswirkung einerseits über den Seildurchlauf eines dynamischen Sicherungsgerätes und andererseits über Körperbewegungen reguliert werden. Das Seil kann hinter sich in der Hand gehalten werden und während eines Sturzes dosiert in das Sicherungsgerät eingeführt werden. Anschließend können einige Schritte (möglicherweise an die Wand) zum Anhalten des Stürzenden führen. Situationsbedingt kann man sich bei der sog. aktiven Körpersicherung während des Sturzzuges vom Boden abstoßen und an die Wand springen und somit für einen weicheren Anprall des Kletterers sowie geringere Belastungen (etwa 30% an der Umlenkung) der Sicherungskette sorgen.↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥
falsche Seilführung / Fuß überm oder hinterm Seil
Der Fuß tritt niemals zwischen Seil und Wand, sowie immer unter dem Seil:
- In einer Position seitlich einer Exe verläuft das Seil vom Anseilpunkt über den Fuß oder Oberschenkel in die Exe.
- In einer Position direkt über einer Exe verläuft das Seil vom Anseilpunkt zwischen den Beinen in die Exe.
- In einem Überhang/Dach tritt man niemals zwischen Seil und Wand.
- Man tritt niemals hinter ein Seil, welches zwischen zwei Exen verläuft.
Sollte dies nicht beachtet werden, besteht Gefahr mit dem Bein im Seil hängen zu bleiben. Dies würde zu einem unkontrollieren Sturzverlauf mit einer Rotationsbewegung führen, wobei der Kopf nach unten geraten würde und Hinterkopf, Rücken oder Becken unkontrolliert an der Wand anschlagen würden.
Auf Höhe der ersten (etwa drei bis vier) Exen steht der Sicherungspartner nicht lotrecht unter dem Kletterer sondern seitlich versetzt und nah an der Wand. Dies soll vermeiden, dass der Kletterer auf das Seil zwischen Sicherungsgerät und erster Exe stürzen kann.↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥falsches einhängen/clippen des Seils
Richtig: Das vom Sicherungspartner kommende Seil läuft von hinten bzw. der Felsseite druch den unteren Karabiner des Express-Sets zum Anseilpunkt.
Falsch: Das vom Sicherungspartner kommende Seil läuft von vorne bzw. auf der Seite des Kletterers in den unteren Karabiner des Express-Sets ein und dann zum Anseilpunkt.
Hierbei besteht die Möglichkeit, dass sich das Seil im Falle eines Sturzes über der Exe selbst aushängt, wobei sich eine größere Sturzweite ergibt. Bei mehreren falsch eingehangenen Exen kann dieser Fehler sogar zum Absturz führen. Neben dem korrekten Seilverlauf ist ebenfalls darauf zu achten, dass die Exe während des clippens nicht verdreht ist.↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥auslassen von Zwischensicherungen
Das auslassen von Zwischensicherungen führt zu einer erhöhten Sturzweite. Je größer die Sturzweite ist, desto möglicher ist ein Sturz mit Bodenkontakt. Da die Abstände von Zwischensicherungen eher zu groß als zu klein gewählt werden, ist der Kletterer in der Regel bereits erhöhter Sturzweite ausgesetzt. Die Sturzweite duch auslassen von Zwischensicherungen zu vergrößern bringt keinen Vorteil mit sich und ist gefährlich. Auch das überspringen der ersten Zwischensicherung und erstmaliges clippen des zweiten oder dritten Hakens ist nicht sinnvoll, da hier auf eine mögliche Sicherung verzichtet wird. Sollte der Sicherungsparter bemerken, dass der Kletterer scheinbar eine Zwischensicherung vergssen hat, muss er ihn darauf aufmerksam machen und sollte kein weiteres Seil mehr ausgeben, bis die Zwischensicherung eingehangen wurde.↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥
zu hohe Seilreibung
Seilreibung sollte möglichst minimiert werden, denn neben einigen unpraktischen Nebeneffekten begünstigt Seilreibung härtere Stürze und somit Anprallverletzungen. Zudem erhöht Seilreibung die Belastung der Sicherungskette, was situationsbedingt entsprechende Gefahren mit sich bringen kann.
Härtere Stürze ergeben sich, da Seilreibung eine Bremswirkung hat, welche zur Bremswirkung des Sicherungsgerätes addiert werden muss. Die resultierende Bremswirkung kann hierbei einer statischen Sicherung entsprechen.
Folgende Maßnahmen können die Seilreibung verringern:- vorausschauendes clippen (möglichst in einer Linie)
- nachträgliches aushängen bereits geclippter Exen, welche die Seilreibung deutlich erhöhen
- verlängern von Zwischensicherungen
- Verwendung der Halbseiltechnik
- Verwendung von speziellen, reibungsvermindernen Exen
- Einrichtung eines Zwischenstandes
“Draußen”
Kommando ohne Name / Reaktion ohne Kommando oder auf jedes Kommando
- Jedem Kommando ist der Name der Person an die das Kommando gerichtet ist voranzustellen.
- Eine Person reagiert nur auf ein Kommando, das an sie gerichtet wurde.
Diese beiden Regeln sind zwar vielen Kletterern bekannt, werden aber leider nur selten angewandt (selbst wenn es wirklich angebracht wäre). Die Gefahrenquelle ist hierbei offensichtlich: Ein Sicherungspartner einer anderen Seilschaft reagiert auf ein Kommando, was je nach Situation zu einem unvorbereiteten Sturz oder schlimmer bis zum Absturz führen kann.
Dies liest sich vielleicht übertrieben, sollte jedoch beispielsweise in einer Mehrsseillängen-Route die durchaus von mehreren Seilschaften gleichzeitig begangen wird beherzigt werden (beispielhafte Kommandos: “Stand”, “Kommen”). Desweiteren ist es beispielsweise für den Kletterer in einer Schlüsselstelle nicht angenehm oder ungefährlich, wenn der Sicherungspartner auf das Kommando “Zu” eines anderen Kletterers reagiert und seinen Partner zum stürzen bringt.
In Kletterhallen scheinen Kommandos ohne Namen keine größere Probleme zu verursachen. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass hier in der Regel nur auf Sichtkontakt reagiert wird bzw. eingespielte Seilschaften ohnehin mit nur sehr wenigen Kommandos klettern. Spätestens draußen sollte jedoch jedes Kommando und die Reaktion auf ein Kommando an einen Namen gebunden werden, da die Bedingungen nicht mehr denen einer Kletterhalle entsprechen. Die beste Empfehlung ist jedem Kommando in jeder Situation einen Namen voranzustellen, so entsteht Routine und Gefährdungen können vermieden werden.
Folgendes sollte nicht unerwähnt bleiben:- Warnrufe wie “Achtung, Seil”, “Achtung, Stein” werden in der Regel nicht an eine bestimmte Person gerichtet und erfolgen ohne Namen.
- Kommandos jeder Art sollten vorher durchgesprochen werden und jedem bekannt sein (beispielsweise wenn man mit einem neuen Partner unterwegs ist.) Zudem sollten situationsbedingt eindeutige nonverbale Kommandos wie Handzeichen oder Kommandos durch Seilzug abgesprochen werden.
- Kommandos sollten niemals verneint gegeben werden, da die Verneinung überhört werden könnte.
- “Zu” bedeutet “Zu” und sollte nicht als “Zu und Ab” interpretiert werden.
- Sollte kein Kommando erfolgen, ein Kommando nicht verständlich sein, oder das Kommando an keinen Namen gebunden sein so erfolgt keine Reaktion.
jedem Haken vertrauen
Man kann nicht jedem Haken sein Leben anvertrauen und sollte sich über verschiedene Hakentypen informieren und möglichst nur Haken vertrauen die einem bekannt sind. Zudem sollte überprüft werden ob Korrosion vorliegt oder ob sich ein Haken möglicherweise gelöst hat.
Gerade im Frühjahr, wenn ein Gebiet noch nicht viel besucht wurde, besteht die Möglichkeit, dass man an einen Haken gerät, welcher sich im Winter gelöst hat und vielleicht noch nicht entdeckt wurde. Ein Haken kann sich im Winter lösen, indem Wasser ins Bohrloch zwischen Haken und Fels gerät und sich durch abnehmende Temperatur ausdehnt (Eis) und somit ggf. den Fels um den Haken beschädigt. Ein Haken kann überprüft werden, indem man versucht ihn zu bewegen, ihn also versucht zu drehen oder an ihm zieht. (Haken mit Verbundanker sind hiervon nicht betroffen.)
Informationsmaterial: Bohrhakenbroschüre vom DAV, “bolts” und “1×1 der mechanischen Bolts” von bergundsteigen, “Info-Skript Bohrhaken” von ig-klettern.com, “Informationen zu Sigibolts” aus der Panorama, Informationen zum IQ Haken von bergundsteigen ↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥Seilverlauf über (scharfe) Kanten
Seile können unter normalen Bedingungen nicht reißen. Sollte ein Seil jedoch über eine scharfe Kante geführt werden, so besteht bereits bei geringer Belastung die Möglichkeit eines Seilrisses bzw. eines sog. Seilbruches. Ein exotischer Unfall bzw. Anwendungsfehler demonstriert diesen Umstand sehr gut: Ein Seil kam in einer stationären Toprope-Umlenkung in der Karabinernase zum liegen und wurde durch den Schnapper in dieser Position gehalten. Alleine die beim “ins Seil setzen” auftretende Kraft war ausreichend um einen Seilbruch und Absturz des Kletterers herbeizuführen.
Folgendes ist zu beachten:- Es ist undebingt darauf zu achten, dass ein Seil nicht über scharfe Felskanten läuft.
- Die Wahrscheinlichkeit eines Seilbruches kann durch Verwendung der Zwillingsseiltechnik minimiert werden.
- Auch wenn noch keine Norm für eine Scharfkantenprüfung besteht, sind viele Hersteller bemüht eine Scharfkantenprüfung durchzuführen. Es ist empfehlenswert beim Seilkauf auf den Ansatz einer Scharfkantenprüfung zu achten.
Kommando “Stand” beim Umfädeln bzw. Abseilen
Das Kommando “Stand” hat beim Umfädeln bzw. Ablassen nichts zu suchen. Es bedeutet zwar dass der Kletterer sich selbst gesichert hat, es sagt aber zudem aus, dass der Sicherungspartner den Kletterer aus der Sicherung nehmen soll. Dieses Kommando findet beispielsweise beim Klettern von Mehrseillängen oder in Situationen in denen man die tatsächlich mit dem Kommando verbundenen Handlungen erreichen möchte Anwendung.
Beim Umfädeln besteht zwar eine Selbstsicherung, jedoch möchte man nicht, dass der Sicherungspartner die Sicherung aufgibt, weil man einerseits später eh abgelassen werden will und andererseits ggf. eine Umfädel-Methode anwendet, bei der man die Sicherungskette nicht verlässt und somit redundant gesichert ist (dies ist in jeder Situation, auch bei geringem Hakendurchmesser, möglich. Informationen folgen).
Sollte das Kommando “Stand” verwendet werden und der Sicherungspartner entsprechend reagieren, so besteht Lebensgefahr! Erfolgt nach dem Umfädeln nicht das Kommando “Zu” und die Selbstsicherung wird gelöst, so stürzt der Kletterer je nach Route in den Tod oder wird zumindest schwerwiegende Verletzungen erleiden. Der Sichernde gibt die Sicherung beim Kommando “Stand” möglicherweise auf, weil er denken könnte, dass der Kletterpartner abseilen möchte. (Die Selbstsicherung sollte Allgemein erst gelöst werden, wenn man wieder im Seil sitzt.)↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥asymetrisch ausgerichtete Karabiner in Exen / falsch eingehangene Exen
Die Schnapper des oberen und unteren Karabiners eines Express-Sets müssen von der Kletterrichtung wegzeigen. Sollte der Schnapper des oberen Karabiners in Richtung des Kletterers zeigen, so besteht während des weiterkletterns die Gefahr, dass die Exe mitwandert und sich der obere Karabiner so im Haken dreht, dass ein selbstaushängen des oberen Karabiners möglich ist (Skizzen folgen). Sollte der Schnapper des unteren Karabiners in Richtung des Kletterers zeigen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Seil selbst aushängen kann.
Da die Schnapper beider Karabiner von der Kletterrichtung wegzeigen müssen, müssen die Karabiner der Exe symetrisch ausgerichtet sein, also in die gleiche Richtung zeigen. Desweiteren wäre es nicht möglich asymetrisch ausgerichtete Schnapper in einen Ringhaken einzuhängen, ohne dass ein Schnapper in Richtung des Felsens zeigen würde und somit eine Belastung bei möglicherweise offenem Schnapper begünstigen würde.↥ zum Inhaltsverzeichnis springen ↥Biegebelastung, Querbelastung oder Belastung eines Karabiners bei geöffnetem Schnapper
Die Belastbarkeit eines Karabiners ist bei den genannten Belastungsarten stark herabgesetzt und sollte unbedingt vermieden werden. Beispielsweise kann je nach Karabiner bereits ein Sturz mit dem Fuß auf Hakenhöhe bei einer “Schnapper-offen” Belastung zum Bruch des Karabiners führen (exemplarische Berechnungen folgen).
- Biege- oder Knickbelastung bei der ein Karabiner beispielsweise auf dem Fels zum liegen kommt, kann durch Verlängerung des Fixpunktes durch eine Bandschlinge verhindert werden.
- Die Querbelastung beispielsweise eines verdrehten Karabiners in einer Exe kann durch Fixierung des Karabiners im Express-Set vermieden werden. (Hierbei ist zu beachten, dass nur der obere Karabiner fixiert werden sollte.) Der Querstellung eines Karabiners im Anseilring während der Körpersicherung kann ebenfalls durch Fixierung oder Verwendung eines geeignetern Karabiners entgegengewirkt werden, also eines Karabiners der die Fixierung im Anseilring vorsieht (beispielsweise Belay-Master).
- Die Wahrscheinlichkeit der Belastung eines Karabiners bei geöffnetem Schnapper kann durch korrektes einhängen von Exen bzw. Verwendung von Verschlusskarabinern gesenkt werden (beispielsweise bei Toprope-Umlenkungen).
Weiteres Informationsmaterial:
- “die 12 (kletter-) gebote Teil 1” und “die 12 (kletter-) gebote Teil 2” von bergundsteigen
- “sicher partner sichern (1)” und “sicher partner sichern (2)” von bergundsteigen
- “Sicher Sichern” Artikel aus der Zeitschrift Panorama des DAV
- “Sicher Hallenklettern Teil 1” und “Sicher Hallenklettern Teil 2” der Alpin- bzw. Bergsportzeitschrift Bergauf
- “SAC-Broschüre sicher klettern” des SAC
- Faltblatt der Aktion “Sicher klettern” des DAV
- Poster der Aktion “Sicher klettern” des DAV und Übersichtsposter
- Videos der Kampagne “Partnercheck” des DAV
- Aktion “Sicher klettern” des DAV
- Sammlung von Artikeln der Zeitschrift klettern zum Thema Sicherheit
- Archiv der Zeitschrift Panorama des DAV
- “gefährlich sicher” Artikel von bergundsteigen aus dem Jahr 2002
- “Risikofaktoren am Klettersteig” von bergundsteigen

Drucken
Wow, super Artikel. Ich wollte auch schon so etwas in der Art
schreiben. Ansatzweise ist das auch schon erfolgt, aber so
ausführlich wie du das gemacht hast. Sehr gut. Daumen hoch
You rellay found a way to make this whole process easier.
Schöne Zusammenfassung!
Eine Korrektur hätte ich aber. Im letzten Abschnitt zu
Querbelastung schreibst du: “Hierbei ist zu beachten, dass
nur der obere Karabiner fixiert werden sollte.”
Normalerweise sollte aber der seilseitige, also untere Karabiner
fixiert werden, damit er nicht in eine Querstellung geraten und
beim Sturz das Seil diese Querstellung belasten kann. Den oberen,
felsseitigen Karabiner fixiert man hingegen normalerweise nicht.
Zieh-Dreh-Verschlüsse gelten meines Wissens auch nicht mehr als
Safelock!
Your psiontg really straightened me out. Thanks!
u31vuj gjjzhutmtugy
Sehr guter Artikel und perfekte Informationssammlung. Danke
dafür.